Die Feiertage sind geschafft und an dieser Stelle möchte ich dir von Herzen alles Gute für das Jahr 2026 wünschen! Die Raunächte 2025/26 sind noch nicht vorbei und zu spät ist es sowieso selten: Wer noch in Ruhe reflektieren möchte, findet in meinem letzten Blog-Artikel jede Menge Reflexionsfragen für das vergangene und das neue Jahr.
Visionen entwickeln – zwischen Fantasie, Gefühl und Realität
Mein jüngeres Ich hätte vollstes Verständnis für die Meinung, dass man Visionen nur von bestimmten Drogen bekommt. Wozu das Ganze? Man kann sich doch einfach etwas vornehmen und dann einen Plan machen. Ja, das kann man und das macht für komplexere Ziele und Projekte auch sehr viel Sinn – vor allem in unserer Welt.
Es gibt Menschen, die bekommen Visionen und sehen plötzlich – auch ohne zu meditieren, wer sie in der Zukunft sein werden. Anflüge davon hatte ich auch schon mal. Wenn das alles so stimmt, könnte ich mich irgendwann sitzend auf einer Bühne wiederfinden. Sicherlich ist es auch in Ordnung, seiner Fantasie und Kreativität freien Lauf zu lassen und auf allen Ebenen zu überlegen, zu fühlen, zu erspüren, was man sich für die Zukunft (oder das neue Jahr / den neuen Lebensabschnitt) wünscht. Unternehmen entwickeln ja auch oft eine Vision, also ein langfristiges, inspirierendes Zukunftsbild und das entsteht bestimmt nicht (immer) meditierend oder in einem Rauschzustand.
Visualisieren, manifestieren oder mental trainieren
Im Hochleistungssport ist es übrigens gängige Praxis, dass sich Sportlerinnen und Sportler vorstellen, wie sie das Ziel erreicht haben. Das nennt sich dann Zielvisualisierung oder das Ganze auch mentales Training, wenn sich jeder zum Ziel führende Schritt vorgestellt wird. Als wissenschaftlich geprägter Mensch, der offen ist für Spiritualität, freue ich mich natürlich, wenn sich die Forschung damit beschäftigt. Schon interessant, dass einige Menschen beim Wort Manifestieren ihre Augen rollen.
Abgesehen davon, dass ich nicht Lotto spiele, habe ich mir bislang noch keinen Lottogewinn erfolgreich manifestiert. Ich habe es allerdings auch noch nicht versucht. Vielleicht bin ich dafür doch zu sehr ein Kopfmensch. In der „richtigen Stimmung“ ist es mir im Alltag allerdings schon gelungen, eine staufreie Autofahrt zu den unmöglichsten Zeiten oder eine zügige Genesung von einem Infekt zu visualisieren. Oder manifestieren?
Ein Visionboard erstellen
Egal wie die Vision entstanden ist, ob primär durch Kopf, Herz oder Bauch, ist es hilfreich diese Vision auch tatsächlich physisch oder materiell um sich herum zu haben. Lange Zeit fand ich Visionboards doof. Das hatte mehrere Gründe: zum einen kann ich manchmal sehr klare bildliche Vorstellungen von etwas haben, das ich mir wünsche. Was, wenn ich dann kein Bild von genau dem Haus in meinem Kopf finde, in dem ich mal gerne leben würde? Nicht, dass ich mir aus Versehen eine Villa mit Pool manifestiere, nur weil ich ein Ersatzbild auf mein Visionboard geklebt habe. Das wäre ja was … Zum anderen habe ich manchmal eben kein Bild, sondern eher ein Gefühl, z.B. wie sich Partnerschaft anfühlen darf. Soll ich dafür ein Bild von einem Herzen mit Armors Pfeil auf mein Visionboard kleben?!
Visionboard für Kopfmenschen
Möglicherweise war das Theater, das sich in mir rund um das Thema Visionboard abgespielt hat, reine Selbstmanipulation. Irgendwann rang ich mich durch und kaufte mir im Baumarkt eine billige Pinnwand. Praktisch, weil man sie schnell durch die Wohnung tragen kann, wenn man sie vor Besuch verstecken möchte, und weil man sie theoretisch jeden Tag verändern kann, wenn man ein neues Hobby entwickeln möchte. Und ja, es befindet sich beispielsweise ein Schaf auf meiner Pinnwand – nicht, weil ich Schafe so unglaublich liebe, sondern weil das Bild für mich tatsächlich ein Symbol für Natur und Tiere im Umfeld ist. Sollte ich irgendwann mal ein Schaf habe, weiß ich Bescheid.
Was gehört auf ein Visionboard?
Wer wie ich zwischen überhöhten Ansprüchen und mangelnder Vorstellungskraft schwankt … Mir hat es sehr geholfen, zu schreiben! Auf meinem Visionboard befinden sich Sätze – meine Sätze, keine Tee- oder Postkartensprüche à la carpe diem. Das funktioniert für mich gut. Es gibt übrigens auch digitale Visionboard-Vorlagen oder fertige analoge Sets. Ich persönlich fand den Bastelprozess selbst durchaus sehr spannend und ohne Hilfsmittel intensiver und würde es jedem empfehlen. Da kann gut das ein oder andere Thema ans Licht kommen.
Inhaltlich kann eigentlich alles auf ein Visionboard. Es mag je nach Standpunkt im Leben sehr hilfreich sein, nicht nur ein „Wo will ich hin?“ abzudecken, sondern auch ein „Wo komme ich her?“. So schafft es auch das eigene Fundament (z.B. Herkunft, Familie, Kultur, Aus- und Weiterbildungen, Stärken, Eigenschaften, usw.) auf das Visionboard, auf dem alles Weitere aufbauen kann. Wer ganzheitlich denkt (lohnt sich, um sich nicht in einem Lebensbereich zu verlieren), kann also zum Beispiel die Bereiche Beziehung, Beruf, Freizeit, Gesundheit aufnehmen.
Visionen umsetzen und Ziele erreichen
Damit das Visionboard nicht einstaubt und man sich ein Schaf manifestiert, obwohl man eigentlich eine Ziege haben möchte, macht es zum einen Sinn in regelmäßigen Abständen zu checken, ob noch alles stimmt. Dafür eignet sich natürlich ein Jahreswechsel oder die Zeit um den eigenen Geburtstag. Zum anderen macht es auch sehr viel Sinn, an der ein oder anderen Vision aktiv zu arbeiten. Hochleistungssportlerinnen und -sportler trainieren ja auch körperlich und sitzen nicht nur auf dem Sofa, während sie sich vorstellen, durchs Ziel gerannt zu sein. Weil man zu Zielsetzung oder Projektmanagement (je nach Komplexität) sehr viel guten Input im Internet findet, möchte ich an dieser Stelle nicht in aller Ausführlichkeit erklären, was zum Beispiel SMARTe (spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert) Ziele sind.
Realistische Ziele – wie du neue Gewohnheiten nachhaltig etablierst
Was in jedem Fall wichtig ist, ist die Machbarkeit oder Realisierbarkeit eines Ziels. Wir Menschen neigen dazu, uns zu viel aufzuhalsen und hochmotiviert mit frisch abgeschlossenen Fitnessstudio-Abo zu meinen, wir würden jeden Tag ab dem 2. Januar trainieren gehen, außerdem jeden Tag frisch und gesund kochen, eine halbe Stunde meditieren, eine halbe Stunde journalen, beim ersten Weckerklingeln aufstehen und nebenbei noch den ganzen Tag die eigenen Gedanken beobachten, um negativen Glaubenssätzen auf die Spur zu kommen. Im Zweifelsfall ist man am 2. Januar erkältet und das Nicht-Erreichen der Ziele nimmt seinen Lauf. Also lieber nach dem Motto „weniger ist mehr“ einen guten Vorsatz zu einer guten Gewohnheit werden lassen. Dann kostet es weniger oder keine Kraft mehr (so was ist wirklich anstrengend fürs Gehirn!) und man kann sich das nächste realistische Ziel vornehmen. Was sagt deine innere Stimme: Woran lohnt es sich, aktiv zu arbeiten, und was darf vielleicht erst einmal nur auf dem Visionboard sichtbar sein?
Rückwärtsplanung, Meilensteine und Monatsreflexion
Bei komplexeren Zielen bietet sich eine Rückwärtsplanung an: Was will ich bis wann erreicht haben? Was muss ich dafür zur Hälfte der Zeit erreicht haben? … Hier kann gut mit Meilensteinen gearbeitet werden. Und nicht vergessen, diese Meilensteine auch zu feiern!
Ich persönlich mache gerne eine kurze Monatsreflexion. Dazu stelle ich mir ähnliche Fragen wie im letzten Blog-Artikel, aber je nachdem auch etwas zielbezogenere Fragen. Grundsätzlich geht es darum, zu überlegen, was du gut gemacht hast, was vielleicht nicht / was schwierig war und das entsprechend in der Planung für den kommenden Monat zu berücksichtigen. Ebenso hilfreich ist eine kleine Vorschau: was könnte gut und was könnte schwierig werden? Was gilt es zu beachten?
Bleib in Verbindung
Wenn du wissen möchtest, wie es weitergeht, trag dich gerne über das Kontaktformular ein (Stichwort "Blog"). Ich halte dich auf dem Laufenden. Eine Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich. Wenn du Themenwünsche hast – immer gerne.
Mehr über meine offiziellen Stationen erfährst du hier.
Quellen (zuletzt abgerufen am 31.12.2025):
Nächster Artikel aus der Reihe "Zwischen Wissenschaft und Spiritualität": Was Ängste, Unruhe und Erschöpfung mit der inneren Stimme zu tun haben



