Manche Menschen sind fast tot oder haben sehr schwere oder chronische Krankheiten. Bei mir war es mit Ende 20 ein fünf-facher Hexenschuss, der mich vier Stunden über den Boden krabbeln ließ, bis ein notdiensthabender Arzt vorbeischaute und mir eine Spritze ins Kreuz rammte, wie er so schön sagte. Zwischen Lachen, weil die Situation so komisch war („Oh, hier könnte mal geputzt werden“ und „Wie schaffe ich es eigentlich mal auf die Toilette, wenn der Arzt nicht bald kommt?“) und Weinen vor Schmerzen, dämmerte mir, was ich in meinem Leben alles ändern musste.

Was möchte mein Körper mir sagen?

Dass ich – auch an meinen Einstellungen – etwas ändern musste, hatte ich offensichtlich so erfolgreich ignoriert, dass das nun die Quittung war. Diese Lektion hatte ich immerhin bereits verstanden, als ich auf dem Boden angekommen war. Die Stellschrauben waren schnell klar – da gab es so einige in fast allen Lebensbereichen, nun also auch im Bereich Gesundheit. Glücklicherweise hatte ich vier Stunden Zeit gründlich über nächste Schritte (haha) nachzudenken. Auf allen Vieren kann man sonst nämlich nicht allzu viel machen. Ich musste immerhin nicht lange nach Ursachen suchen, aber wo anfangen?! Jetzt offensichtlich bei meinem Rücken.

Wenn der Körper dich zur Veränderung zwingt

Das Gesundheitssystem hatte mir sechs Sitzungen Physiotherapie à 20 Minuten beschert und mein Orthopäde hat mich mit den Worten „Sie müssen mehr Muskeln aufbauen“ wieder nach Hause geschickt. Muskelaufbau ist sehr wichtig, das unterschreibe ich. Nur wenn die dreieinhalb mickrigen Rückenmuskeln zusammenklumpen, kann da nicht viel aufgebaut werden. Ich konnte über Wochen und Monate nicht wirklich sitzen, von Schmerzen wollen wir hier mal gar nicht erst anfangen. Mein Magen-Darm-Trakt mag Schmerzmittel nämlich genauso wenig wie Fernreisen. Es war zermürbend. Mit YouTube-Yoga auf dem Teppich hampelnd konnte ich immerhin schon mal ein bisschen die Schmerzen lindern. Ich war verzweifelt und offen für alles – Hauptsache, es half.



Gibt es eigentlich Zufälle?

Und genau in dieser Zeit ergab sich „zufällig“ eine ungeahnte Möglichkeit. Ein Besuch bei einer weit entfernten Schulfreundin stand an, der schon lange geplant war. Als ich ihr von meinem Leiden berichtete, erzählte sie mir, dass sie „zufällig“ gerade erst herausgefunden hatte, dass ihre ehemalige „Masseurin“ aus Schulzeiten, die damals traurigerweise weit weg gezogen war, nun ganz bei ihr in der Nähe leben und praktizieren würde. Mir reichte eine Auffrischung der Informationen, dass sie damals eigentlich gar nicht richtig massiert hätte, sondern nur irgendwie ihre Hände aufgelegt. Dabei hätte sie (die Freundin) richtig angefangen zu weinen und dann wäre es ihr besser gegangen. Klang zwar nicht sonderlich logisch, aber mein Verstand hatte keine Einwände („schlimmer kann es nicht werden“). Da die Dame „zufällig“ einen passenden Termin frei hatte, machte ich mich also auf den Weg. Meine innere Stimme war begeistert.

Jin Shin Jyustu – Heilung durch Berührung

Sie praktizierte Jin Shin Jyutsu, eine ganzheitliche japanische „Harmonisierungskunst“, bei der ähnlich der Akupunktur die Lebensenergie durch Auflegen der Hände auf verschiedene Meridianpunkte wieder in den Fluss gebracht werden soll. Abgesehen davon, dass sie meine Familienthemen auf den Punkt gebracht hat, ohne dass ich einen einzigen Ton dazu gesagt hätte, ging es mir nach der Stunde so deutlich viel besser, dass ich gleich beschloss, einige Zeit später ein paar Tage in ihrem Ort zu verbringen und jeweils morgens und abends für eine Behandlung zu ihr zu gehen. (Was die Familienthemen betrifft – wer hat keine Familienthemen?! – hat sie definitiv die Wahrheit beschrieben, keine Floskeln.)

Wenn der Schmerz den Körper endlich verlässt – mit einem Blubbern

Spannend war tatsächlich, dass ich körperlich während der Sitzung bei ihr sehr schnell spürte, dass irgendetwas Seltsames passierte, aber darin hatte ich ja nun schon Erfahrung. Dieses Mal blubberte es nämlich ganz schön ordentlich in meinem Bein und irgendwann blubberte es in Richtung meiner Füße und ich spürte, dass es der Schmerz und die Verspannung waren, die da blubberten. Dann war es plötzlich so, als würde es zu meinen Füßen raus blubbern und meine Schmerzen waren sehr viel erträglicher. Genau in diesem Moment ließ meine Behandlerin meinen Körper los.



Körperliche Zusammenhänge – zwischen Muskeln, Organen und Seele

Schon während meines Studiums folgte ich dem Rat meiner Mitbewohnerin und meiner inneren Stimme und suchte eine Osteopathin auf. Nun bin ich schon länger nicht mehr im In- oder Ausland umgezogen und habe seit einigen Jahren einen Osteopathen meines Vertrauens, der mich bei auftauchenden Wehwehchen oder verschobenen Wirbeln behandeln muss. Mit der Zeit haben wir uns immer häufiger über die Zusammenhänge innerhalb des Körpers unterhalten: Welches Organ hängt womit zusammen oder welche Bereiche im Körper mit welchen anderen usw.? Zunehmend sprechen wir auch über die Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Seele. Vieles habe ich zunächst für mich persönlich mitgenommen. Andere Zusammenhänge behalte ich im Hinterkopf, wenn ich mit Menschen arbeite.

Körperweisheit – Beschwerden verstehen

Mit der Zeit habe ich gelernt, dass die Körperweisheit vielschichtig ist – von der Muskelstruktur bis zu den energetischen Zusammenhängen. In (Coaching-)Gesprächen erlebe ich immer wieder, wie körperliche und seelische Aspekte miteinander verbunden sind. Taucht irgendeine körperliche Beschwerde ständig auf, macht es definitiv Sinn, sich diese Zusammenhänge einmal genauer anzusehen. Vielleicht schlummert da noch ein geistiges oder seelisches Thema hinter dem körperlichen Symptom. Aber auch andersherum können ein aus der Balance geratenes Hormonsystem oder beispielsweise ein Nährstoffmangel zu seelischen Symptomen führen. Wenn die Eisenspeicher leer sind, ist der Körper nun mal müde. Die letzten Reste meines fünf-fachen Hexenschusses habe ich übrigens verhältnismäßig lange mit mir herumgeschleppt, bis ich auf allen Ebenen Klarheit und natürlich auch wieder Muskulatur hatte.

Somatisches Coaching – auf den eigenen Körper hören

Weil mir Ganzheitlichkeit immer schon wichtig war und ich gerne in die Tiefe gehe und die Ursache(n) finde, habe ich mich privat mit allen möglichen Themen beschäftigt, u.a. den Auswirkungen von Vitamin- und Nährstoffmangel auf Körper und Psyche, Jin Shin Jyustu (klar, es hat ja geholfen), u.v.m. – und nein, ich bin auf keinem dieser Gebiete ein Profi. Um auch meine Klientinnen in puncto Körperwissen und Körperweisheit bestmöglich begleiten zu können, habe ich in diesem Jahr eine Weiterbildung als Feminine Somatic Coach begonnen. Denn im Körper ist alles irgendwie gespeichert und eine Ausbildung in Osteopathie oder ein Medizinstudium hätten dann doch den Rahmen gesprengt. So kann ich nun auch körperorientierte Methoden noch gezielter in meinen ganzheitlichen Ansatz einfließen lassen. Ich habe für mich in all den Jahren jedenfalls gelernt, dass ich meinen Körper ernst nehmen und zuhören darf. Dazu gehört auch das leise Bauchgefühl aus meinem letzten Blog-Artikel.

Was möchte mein Körper mir sagen?

Vielleicht möchtest du dir einen Moment Zeit nehmen und bewusst auf deinen Körper hören: Was erzählt er dir gerade? Welche Gefühle, Empfindungen, Bilder tauchen möglicherweise auf? Überleg gerne auch einmal, wie dein Körper dir etwas mitteilt: Sendet er dir immer einen Schnupfen, wenn du gerade die Nase voll hast vom Leben? Tauchen bestimmte Emotionen immer an derselben Stelle auf? Welche „Sprache“ spricht dein Körper? Vielleicht ist es die Temperatur, ein Gefühl von Enge und Weite oder du nimmst manche Bereiche als grau wahr und andere bunt? Sind manche Stellen verspannt oder härter als andere? Was passiert, wenn du diesen Stellen etwas Aufmerksamkeit oder vielleicht eine sanfte Berührung schenkst?

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Quellen (zuletzt abgerufen am 31.05.2025):

https://www.jinshinjyutsu.de/de/



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