Was bringen Persönlichkeitstests?

Im Psychologiestudium habe ich sehr viele Tests aus allen möglichen Bereichen kennengelernt, musste sie beantworten und selbst auswerten. Damals fühlte ich mich doch sehr angegriffen, weil ich tatsächlich einmal einen Punkt auf der Skala „Magisches Denken“ hatte oder ein Item bejahte, das damit korrelierte. Genau weiß ich es nicht mehr. Heute finde ich das ziemlich witzig – passt zu spirituellem Coaching.
Es folgten spaßeshalber irgendwelche Zeitschriften- oder Online-Tests. Da gibt es so viel herrlichen Unsinn für gesellige Silvesterrunden. Auch im Arbeitskontext begegneten mir einige gängige Tests. In Summe kann ich sagen: Ich habe schon sehr viele Persönlichkeitsfragebögen ausgefüllt – immer ehrlich und wie es in der jeweiligen Anleitung von mir verlangt wurde. Spannenderweise wiederholten sich doch viele Ergebnisse – egal wie umfangreich, seriös oder unterhaltsam der Test nun war.
Solange es nicht um klinische Diagnostik, Personalauswahl oder Ähnliches geht, bin ich der Meinung, dass man für sich fast alles nutzen kann – auch neun verschiedene Bilder von zum Beispiel Schafen mit der Überschrift: „Welches Schaf bist du heute?“ Wichtig ist: Was mache ich mit den Ergebnissen? Nutze ich sie für eine Runde Selbstreflexion oder kann ich wenigstens darüber lachen?

Was bringt mir mein Geburtshoroskop?

Das habe ich mich auch gefragt, als ich zu meinem 30. Geburtstag von einer Gruppe Freundinnen und Freunde meine Geburtshoroskopanalyse geschenkt bekam – angeleiert übrigens von einer durchaus sehr rationalen Psychotherapeutinnen-Freundin. Ich war jedenfalls ein wenig aufgeregt, als ich es mir einige Tage später auf meinem Sofa bequem machte und der Stimme eines völlig fremden Mannes auf einer CD lauschte, der nur meinen Vornamen und mein Geburtsdatum kannte und mich sehr exakt beschreiben konnte.
Ich erinnere mich an einen Moment, in dem ich tatsächlich die Aufnahme stoppte, mich einmal links und rechts im Zimmer umsah, mich kurz fragte, ob ich möglicherweise verrückt geworden sei, aber keine akuten Anzeichen fand und schließlich weiterhörte. Übrigens spielte ich die Aufnahme einigen kritischen Freunden vor, die der Meinung waren, ich wäre dem Selbsttäuschungseffekt aufgesessen. Danach sagten sie nichts mehr. 

Was verrät mein Geburtshoroskop über mich?

Ob es nun um meine Arbeit, meine Art und Weise, Beziehungen zu führen, meinen Charakter mit all seinen Stärken und Schwächen oder meine Gefühlswelt ging oder sogar die Tatsache, dass meine eigene Geburt nicht ganz einfach gewesen sein kann – stimmt, zwischendurch ging es mal nicht mehr vorwärts oder rückwärts … Ich lauschte eine halbe Stunde lang Sätzen, die ich teils wortgetreu so gesagt oder über mich gehört hatte. Nachdem ich alles verdaut hatte, meldete ich mich bei einer Freundin aus Schulzeiten und zitierte: „Vielleicht müssen Sie auch nicht unbedingt mit Ihrem Partner zusammenleben.“ Die Frage, ob „man“ das muss, stellte ich mir schon in meiner Jugend. Damals hieß es noch, es müsste nur irgendwann der Richtige kommen. Nee, steht in den Sternen, dass ich gerne meine Ruhe habe. 



Mehr Selbstverständnis durch Astrologie

Wohl wissend, dass einige Therapeutinnen und Therapeuten jetzt Schnappatmung bekommen könnten: Astrologisch gesehen bin ich mehrfach „bipolar“. Nachdem die Psychologin in mir ihre eigene Atmung wieder beruhigt hatte, konnte ich ein Stück weit mehr Frieden finden mit den sich teils widersprechenden Gedanken oder Gefühlen. Ja, ich habe unter anderem ein extrem hohes Freiheitsbedürfnis und gleichzeitig ein extrem hohes Sicherheitsbedürfnis. Die beiden kommen sich durchaus mal in die Quere. Unterm Strich fühlte ich mich vor allem verstanden mit all meinen Eigenschaften.
Außerdem – wir sind ja mehr als nur unser Sternzeichen – ergab sich eine weitere Sichtweise auf mein Inneres Team. Mein erstes kleines Inneres Team habe ich in „Spiritualität im Alltag“ beschrieben. Je nach Situation, wie ich mich gerade fühle oder was ich gerade brauche, kann ich nun also einem der Hauptakteure Steinbock, Krebs, Schütze, Wassermann die Führung übertragen, ihn etwas ausbremsen oder aber bekräftigen.
Und noch was: Weil mich das Geburtstagsgeschenk nachhaltig beeindruckt hatte und es sich (astrologisch) sehr passend anfühlte mit einer Betonung des 8. Hauses (für die Insider), großer Lernfreude und einem beruflichen Schwerpunkt auf „Helfen und Heilen“ – alles Aspekte, die sich durchaus auch in anderen Profilen wie Human Design oder meinem Seelenplan wiederfinden (mehr dazu beim nächsten Mal) – machte ich schließlich selbst eine Astrologie-Ausbildung. Auch wenn Geburtshoroskope im Coaching nicht mein Schwerpunkt sind, es macht mir immer mal wieder Freude, bei entsprechend Interessierten die Aha-Momente begleiten zu dürfen. 

Was sagt die Astrologie über die Zukunft?

Als auf der CD die Prognose für mein neues Lebensjahr kam, konnte ich mit den Spannungsfenstern zunächst nichts anfangen. Ich nahm die Informationen zur Kenntnis und verkramte die CD danach. Nach einem guten Jahr fand ich sie wieder und sah mir die Zeiträume noch einmal genauer an – und ja, auf den „Mars-Tag“ genau gab es durchaus sehr aufreibende Konflikte oder größeren Druck im Seelischen.
Womit ich hingegen sofort sehr viel anfangen konnte, waren die jeweiligen inhaltlichen Themen, die in dem Jahr eine Rolle spielen wollten. Ein Beispiel: Er (der Astrologe) würde mich und meine Lebensumstände ja nicht kennen, aber das Thema Kind würde anstehen. Es könnte sich um ein reales Kind oder um ein Projekt, ein Herzensanliegen, also im übertragenen Sinne um ein Kind handeln. Ich musste schmunzeln: Ach was?! Kein Kinderwunsch und auch kein potenzieller Vater in Sicht. Aber an meinem Geburtstag war ich losgezogen, um mir ein Klavier zu kaufen und meinen zweiten Lebenstraum aus Kindheitstagen zu erfüllen. Vom ersten habe ich in meinem allerersten Blogartikel erzählt.



Wie nutze ich Astrologie im Alltag?

Was die Spannungsfenster betrifft: Mir hilft meistens schon das Wissen, dass Mars irgendwann „weiterzieht“ und ich mich danach wieder besser fühle. (Für die, die sich nicht auskennen: Jeder Planet kann für jeden Menschen zu unterschiedlichen Zeiten förderlich oder herausfordernd sein. Mars ist also nicht grundsätzlich schlecht!) Im Idealfall kann ich mein Leben so planen, dass die entsprechenden Tage oder Wochen nicht ganz so terminüberladen sind.
Die Mars-Tage trage ich zu Beginn des Jahres immer in meinen Kalender ein. Übrigens gab es noch im Mai zwei Wochen, in denen ich mich grässlich fühlte, irgendwie unter Druck stand, den ich mir aber nicht erklären konnte, nachts miserabel schlief ... Ausgerechnet in dieser Zeit erklärte ich einer Kollegin, was es mit den Mars-Tagen auf sich hat – nur um dann ein paar Wochen später festzustellen, dass ich dieses Zeitfenster vergessen hatte, in meinen Kalender einzutragen.
Die Jahresthemen hingegen schaue ich mir nicht immer sofort an. Das letzte Jahr mit einigen Weiterbildungen und Lernmöglichkeiten war schon fortgeschritten, als ich feststellte, dass unter anderem „Horizonterweiterungen“ anstanden. Da sich dieses Thema im aktuellen Lebensjahr wiederholte, fiel mir die Buchung meiner aktuellen Weiterbildung leicht. Abgesehen davon habe ich allerdings noch keine wichtigen Lebensentscheidungen von den Sternen abhängig gemacht.

Wenn Saturn mit in den Urlaub fährt

Vielleicht sollte ich mir das aber doch noch mal überlegen oder einfach hoffen, dass ich nicht noch einmal in den Urlaub fahre, wenn mir gerade Saturn astrologisch betrachtet „querhängt“. Besagten Sommerurlaub verbrachte ich mit einer Freundin mit Mittelohrentzündung bei Dauerregen in italienischen Bergen, sodass man gerade so das Geländer des Balkons erkennen konnte. Noch geltende Corona-Einschränkungen machten Indoor-Aktivitäten schwer. Auf der Rückfahrt rutschten wir mit Sommerreifen durch verschneite Schweizer Alpen und die letzten hundert Kilometer, nachdem ich meine Freundin in Süddeutschland rausgelassen hatte, schwamm ich quasi mit dem Auto nach Hause. Ich saß am Montag nach meinem Urlaub fix und fertig im Büro. Der Blick meines Ausbilders nach meiner Urlaubsbeschreibung in die Planetenstände sprach Bände.



Welches Sternzeichen passt zu mir?

Apropos Lebensentscheidung: Ich muss immer lachen, wenn ich schon mal mitbekomme, dass Menschen beim Kennenlernen nach ihrem Sternzeichen gefragt und dann stehen gelassen werden, weil es angeblich nicht passt. Ganz so einfach ist es dann doch nicht. So komplex wie das eigene Geburtshoroskop ist, so komplex ist natürlich auch das meines Gegenübers. Die beiden kann man dann miteinander in Beziehung setzen und es wird nicht einfacher.
Im Rahmen meiner astrologischen Ausbildung durfte ich mit einigen Horoskopen aus meinem Umfeld üben, und ich war wieder mal sehr erstaunt, wie zutreffend gewisse Beschreibungen hinsichtlich aller möglicher Gefühle füreinander, Kommunikation, Stärken oder Herausforderungen waren.
Besonders hilfreich fand ich dabei den Blick auf die ganz individuelle Beziehung. Wenn ich beispielsweise aufgrund meines eigenen Geburtshoroskops bereits weiß, dass ich „stark im Wort“ bin und vielleicht ein bisschen aufpassen muss, andere damit nicht zu nerven, dann habe ich das im Laufe meines Lebens sicherlich schon einmal gespiegelt bekommen. Aber zu verstehen, dass ich bei meinem Gegenüber vielleicht etwas auslöse, das ich von meinem Wesen her nicht unbedingt mitbringe, hilft mir enorm: 1. mein Gegenüber besser zu verstehen und 2. mich vielleicht einfach etwas achtsamer zu verhalten oder zu kommunizieren. Vereinfacht gesagt: Ich hätte vorher nicht unbedingt von mir gedacht, dass es Menschen gibt, auf die ich grundsätzlich verunsichernd oder verwirrend (Neptun) wirken kann.

Was mache ich mit den Testergebnissen?

Das ist eine sehr wichtige Frage, wenn ich mich nicht nur unterhalten lassen will. Vielleicht magst du für dich mal überlegen oder auch deiner inneren Stimme etwas (mehr) Raum geben und ihr zuhören: Was hat dich an einem Test oder einer Analyse schon mal wirklich berührt oder überrascht? (Auf www.astro.com kannst du übrigens kostenfrei einen Blick in dein Horoskop werfen.)
Was davon fühlt sich stimmig an und was eher nicht? Was hast du vielleicht über dich erkannt, das dir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht? Was davon möchtest du vielleicht ernst(er) nehmen, weiter erforschen oder stärker in dein Leben holen?
Welcher erste kleine Schritt oder welche erste kleine Veränderung könnte sich daraus ergeben? Wenn du magst, sprich mit jemandem über deine Erkenntnisse. Manchmal zeigt sich im Gespräch noch eine neue Perspektive oder eine wertvolle Bestätigung. 

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Quellen (zuletzt abgerufen am 31.07.2025):

https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/forer-effekt



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